Wird man doch wohl noch… SCHNAUZE!

Schöner Mist. Fußball-Weltmeister. „Wir“.
Moment. Wir?
Was soll das denn heißen, „wir“?
Wer ist denn da Fußballweltmeister geworden? Ein paar junge bis mittelalte Männer, die genau genommen absurde Summen dafür bekommen, dass sie einen Ball über eine Wiese treten. Summen, nebenbei bemerkt, die man als Boni für Banker längst sittenwidrig finden würde, und die 99,9% von „uns“ im Leben nie auf ihrem Konto sehen werden.
Wir. Ja klar.
Wie bedauernswert ich die aktiv Beteiligten am Rande dann noch finde, dass sie darüber echt selbst noch so hysterisch werden, dass sie heulen und zähneklappern, lass ich mal ganz beiseite.
Wir also. Diese handvoll Kerlchen, die mit der Normalbevölkerung rein gar nichts mehr gemein haben als den Zufall einer Staatsbürgerschaft.
Wir?
Die haben gespielt, wenn man denn so will, die haben ab und an innerhalb eines Regelwerks einen Zähler erreicht. Die sind vielleicht Weltmeister.
Der Rest des jubelnden Mobs, „wir“, saß brav vor dem Fernseher, hat konsumiert, gefressen, gesoffen, Wimpel gekauft und stillgehalten.
Panem et circenses.
Könnt „ihr“ echt stolz drauf sein.
Btw scheint Benzin immer noch zu billig zu sein.
‚Ein bisschen Nationalstolz‘, war irgendwo im Social Media-Universum zu lesen – dafür hab ich ja schon normal kein Verständnis. Es ist nun mal blanker Zufall, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort man das zweifelhafte Vergnügen hat, in die Existenz zu treten, daran ist nun wirklich nichts, worauf man stolz sein kann. Stolz sein, das kann ich auf Erfolge, Ziele, die ich erreicht habe, auf schwierige Dinge, die ich vollbracht habe. Aber darauf, dass ich in irgendeines willkürlichen Konstrukts Territorium geboren bin? Geht’s scheißen!
Und wie kommt man jetzt von der athletischen Leistung der Handvoll Trikotträger auch noch auf Nationalstolz? Was haben „wir“ damit zu tun, dass die meinetwegen gut trainiert haben/wurden, und wodurch haben „wir“ dazu beigetragen, dass die die gleiche Staatsbürgerschaft haben, wie wir?
Um Sibylle Berg zu zitieren: „Nur künstliche Fingernägel sind alberner als Nationalstolz.“

2 Kommentare

freimaurer 14. Juli 2014

warum so intolerant? hass auf menschen, die sich freuen?

Administrator 14. Juli 2014

Wieso denn intolerant?
Freuen dürfen sie sich doch meinetwegen, wenngleich ich da auch für Vereinsfans mehr Verständnis aufbringen kann.
Was ich nicht abkann ist das vermeintliche „wir“ (s.o.), das so überhaupt-gar-nicht-nationalistische „Deutschland“-Gebrülle, denn „Patriotismus, wenigstens ein bisschen, muss doch noch erlaubt sein“ (wieso? ebenfalls s.o.), und die Intoleranz (!), mit der all denen begegnet wird, die sich eben nicht in den nationalfarbenen Freudentaumel stürzen, weil es ihnen aus irgendeinem Grund am Arsch vorbeigeht.